Winterprogramm 2021/22

Der Verein bietet im Herbst und Winter Vorträge und andere Veranstaltungen an.
Flyer Winterprogramm 2021/2022 Download


Veranstaltungshinweise in „Corona-Zeiten“: Die Zahl der Zuhörer ist begrenzt. Alle Teilnehmer müssen sich bitte vorab per Mail oder telefonisch (zur Not Mitteilung auf AB) beim Naturwissenschaftlichen Verein anmelden. Die allgemeine Lage ist weiterhin nicht überschaubar, so dass alle Veranstaltungen unverbindlich bleiben und ggf. abgesagt werden müssen.


Wenn nicht anders angegeben, finden die Vorträge im Marcus-Heinemann-Saal des Museums Lüneburg statt, Eingang Wandrahmstr. 10

Eintritt 4 € (Mitglieder bei Vorlage des
Mitgliedsausweises oder mit besonderem Hinweis frei),
Spenden sind willkommen.


Mittwoch, 20. Oktober 2021, 19:00 Uhr
(Veranstaltungsort: Foyer beim Eingang Willy-Brandt-Str. 1)


Jahreshauptversammlung/Mitgliederversammlung des NWV mit einem Vortrag:

Leben in guter Nachbarschaft - die Bedeutung von artenreichen Wäldern im Klimawandel

Dr. Andreas Fichtner, Lüneburg

Gäste sind willkommen!


Wälder zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Gleichzeitig sind ihre zahlreichen Ökosystemleistungen für das Wohlergehen der Menschheit unverzichtbar. Vor dem Hintergrund des immer deutlicher spürbaren Klimawandels versucht der Vortrag die Bedeutung von artenreichen Wäldern für den Klimaschutz zu beleuchten. Hierbei ist das Erforschen des Zusammenlebens von Bäumen ein faszinierendes und wichtiges Themenfeld. Basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen aus dem derzeit größten globalen Baumdiversitätsexperiment (BEF-China) wird gezeigt wie Bäume lokal miteinander agieren und welche Klimaschutzmaßnahmen sich daraus ableiten lassen.

Dr. Andreas Fichtner studierte Agrarwissenschaften und Landschaftsentwicklung und arbeitet heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Ökologie der Leuphana.


Mittwoch, 24. November 2021, 19:00 Uhr
(Veranstaltungsort: Foyer beim Eingang Willy-Brandt-Str. 1)


EinFlussReich - die Flusslandschaft Elbe

Multivision / vertonte Bilderschau von und mit
Jürgen Borris, Holzminden


Das UNESCO Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe erstreckt sich auf über 400 Flusskilometern von der Lutherstadt Wittenberg bis nach Havelberg in Sachsen-Anhalt, über das Storchendorf Rühstädt und Lenzen in Brandenburg, Dömitz bis Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern, von Schnackenburg bis nach Bleckede in Niedersachsen und endet im Nordwesten bei Geesthacht in Schleswig Holstein.
Der Blick auf diesen großen Flussabschnitt lässt erkennen, welch ein „Fluss-Reich“ hier erhalten geblieben ist. Vom Menschen überformt und gestaltet, zweifellos, aber doch noch in weiten Teilen mit einem ungebremst frei fließenden Strom und mit großen naturnahen Überschwemmungsgebieten, Lebensräumen voller Dynamik, Vielfalt und Schönheit.
Genau davon berichtet der Naturfotograf Jürgen Borris in seiner Multivision – von den Tieren und Pflanzen, der einzigartigen Landschaft in beeindruckenden Bilddokumenten. Von den Menschen, die hier leben und arbeiten oder auch Erholung suchen und den herausragenden Welterbe-Stätten. Denn das Programm der Vereinten Nationen heißt „Mensch und Biosphäre“.
Da sind die Lebensräume für Pioniere am Elbufer, die farbenfrohen Stromtalwiesen, die Auwälder, Kolke, Bracks und Altwasser und das Wild in den Wäldern im Verlauf der Jahreszeiten. Sympathieträger wie der Biber und der Weißstorch, oder die beeindruckenden Schwärme der Zugvögel im Frühjahr und Herbst werden gekonnt in Szene gesetzt.

Der Naturfotograf Jürgen Borris ist seit mehr als 40 Jahren mit der Kamera in der Natur unterwegs und Mitglied der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT). Er ist Buchautor und Protagonist in verschiedenen Fernsehproduktionen. Die sanfte Naturfotografie ist sein Credo, „Naturbilder schaffen Naturverständnis“ seine Überzeugung.


Mittwoch, 8. Dezember 2021, 19:00 Uhr


Globetrotter auf dem Weihnachtsteller - Zur Biologie von Schokolade, Marzipan und Pfefferkuchen

Vortrag von Dr. Regina Walther, Hildesheim


Einst ein Luxusgut für die Reichen sind Schokolade und Marzipan heute in aller Munde. Hinter allen Weihnachtsleckereien steckt viel mehr als ihr guter Geschmack: Sie sind Produkte tropischer Pflanzen, die Geschichte in der Naturkunde wie auch im Handel geschrieben haben.

Schon im Mittelalter kamen über die Seidenstraße exotische Zutaten wie Apfelsinen, Pfeffer und Zimt nach Asien nach Europa. Bereits 1519 brachten die Spanier den Kakao aus Mexico mit und pflanzten erste Kakaosetzlinge in den neuen Botanischen Garten auf Teneriffa. In den Ursprungsländern der Gewürzpflanzen wurden ihre aromatischen Knospen, Wurzeln, Rinden oder Samen seit Jahrhunderten genutzt und vielerlei Speisen beigemengt. In Europa galten sie zunächst als Heilmittel, wurden teils in Gold ausgewogen und lösten sogar Kriege aus. So war Pfeffer unter Kaufleuten ein gängiges Zahlungsmittel und gut gewürzte Speisen dokumentierte Reichtum.

Doch welche Pflanzen liefern uns die genussvollen Aromen? Warum bildeten die Kakaopflanzen auf Teneriffa keine Früchte? Wieso war der Export von keimfähigen Muskatnüssen bei Todesstrafe verboten?

Diese und noch viele weitere Rätsel enthüllt die Tropenbiologin Dr. Regina Walther aus Hildesheim in ihrem Lüneburg. Sie entführt in die Anbauländer von Gewürzen und stellt Biologisches zu den Pflanzen und ihren aromatischen Bestandteilen sowie Spannendes aus der Handelsgeschichte vor. Viele Zutaten können live angeschaut werden. Lassen Sie sich überraschen. Die Referentin ist Biologin mit Schwerpunkten in Botanik und Ökologie und ist bei der Klimaschutzagentur-Hildesheim gGmbH tätig.


Mittwoch, 12. Januar 2022, 19:00 Uhr


Die vier Jahreszeiten auf der Beringinsel - Erlebnisse aus 30 Monaten

Vortrag von Ullrich Wannhoff, Berlin


1991, 250 Jahre nach der Strandung der Zweiten Kamtschatka-Expedition unter der Leitung des dänischen Kapitän Vitus Bering, besuchte der Referent zum ersten Mal die Beringinsel. Zehn beeindruckende und erlebnisreiche Tage verbrachte er im September unter Aleuten, Russen, angereisten Gästen, uniformierten Grenzern, Polizisten, Genossen, Aufbrechenden, Betrunkenen und Enttäuschten. Zehn Tage in dieser grandiosen Insellandschaft mit der bergigen Tundra und ihrer reichen Tierwelt. All dies nahm er mit nach Hause: das laute Möwengeschrei in den Kolonien, das Blöken tausender Seebären auf den Liegeplätzen, das Piepsen der jungen Seeotter an der nahen Küste, das unendliche Rauschen der Wellen, weiß schäumend am schwarzen Basalt, und die weite See Richtung Amerika. All dies erfüllte ihn mit nicht enden wollender Sehnsucht, diese „trostlose und öde Insel“, wie sie so oft von Seeleuten beschrieben wurde, so schnell wie möglich wieder zu besuchen. Mehrere Langzeitaufenthalte lehrten ihn, in dieser Trostlosigkeit das Paradies zu erkennen und bis heute verbrachte er insgesamt 30 Monate auf den Kommandeurinseln, die sein Leben entscheidend beeinflussten.

Ullrich Wannhoff ist ein Künstler, der von klein auf von der Natur, von Tieren und Landschaften begeistert ist. In seinen Gemälden und Collagen, in seiner Graphik und Fotografie finden sie sich vielfach wieder.


Mittwoch, 16. Februar 2022, 19:00 Uhr


„Chinas letzte Naturparadiese, nicht nur für Vögel“

Vortrag von Jürgen Schneider, ALBATROS-Tours, Bensheim


Trotz der 1,4 Milliarden Einwohner und zum großen Teil ausgeräumter Natur gibt es noch einige Gebiete, die das Herz der Naturfreunde höherschlagen lassen.
Selbst an der 14.500 km langen Küstenlinie findet man noch ein paar Abschnitte, an denen Hunderttausende Zugvögel rasten können. Sieben der weltweit 15 Kranicharten kann man dort im Winter beobachten, darunter so seltene wie Schnee-, Mönchs- und Mandschurenkraniche. Bei Rudong, einem noch weitestgehend von der Industrialisierung verschonten Küstenabschnitt tritt sogar der Löffelstrandläufer auf, dessen Weltbestand auf nur noch 100 Paare geschätzt wird.
In Sichuan treffen die östliche und zentralasiatische Zone der Paläarktis sowie die indo-malayische Ökozone aufeinander, was sich in einer sehr artenreichen Vogelwelt widerspiegelt. Neben Hochgebirgsarten wie Monal, Schneehühnern und verschiedenen Gimpeln begegnet man hier auch vielen wärmeliebenden Arten. Besonders artenreich sind Häherlinge, Tragopane, Fasane und Laubsänger vertreten. Außerdem gibt es zahlreiche Endemiten.
In den Ausläufern des Mount Everest im Tibetanischen Hochland (Nepal/China) findet man in 4.000 bis 5.200 Meter Höhe Großsäuger wie Wildes Yak, Tibetesel (Kiang), Tibetantilope, Argali, Blauschaf und mit viel Glück sogar den Schneeleoparden.


Jürgen Schneider gründete zu Beginn der 1990er Jahre das Naturstudienreisen-Unternehmen ALBATROS-Tours, dessen Geschäftsführer er bis heute ist. Auf den Reisen, die er in vielen Fällen selbst leitet und die zu Zielen auf allen Kontinenten führen, stellen ornithologische Beobachtungen einen gewissen Schwerpunkt dar.


Mittwoch, 9. März 2022, 19:00 Uhr


Faszinierende Artenvielfalt und landschaftliche Ästhetik: Heiden in Europa

Vortrag von Dr. Hannes Petrischak,
Heinz Sielmann Stiftung, Duderstadt


Wenn die Heideblüte die offene Landschaft im Spätsommer purpurfarben leuchten lässt, freuen sich nicht nur Imker und Tourismusverbände. Eine große Vielfalt an Tieren ist in Heidelandschaften heimisch. Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen nutzen die Zeit des üppigen Nektarangebots. Doch zu allen Jahreszeiten kann man zahlreiche Spezialisten von Spinnen über Heuschrecken und Reptilien bis zu Vögeln in der Heide aufspüren und beobachten. Viele Arten sind sehr selten geworden und stehen auf der Roten Liste, denn die alte Kulturlandschaft Heide ist selbst gefährdet und benötigt inzwischen gezielte Schutz- oder sogar Wiederherstellungsmaßnahmen. Interessant sind auch die unterschiedlichen Ausprägungen von Heide – in der Lüneburger Heide, den Heiden auf ehemaligen Truppenübungsplätzen in Brandenburg, den Dünen der Nordseeküste oder den schottischen Highlands.

Dr. Hannes Petrischak ist Biologe mit Schwerpunkt Ökologie und Leiter Geschäftsbereich Naturschutz der Heinz Sielmann Stiftung.


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